Testbericht zum HIFIMAN SUNDARA

Audiophile Kopfhörer aus dem High-End Segment

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fidelio
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Testbericht zum HIFIMAN SUNDARA

Beitrag von fidelio » 25.01.2018, 21:55


Hifiman Sundara 3.jpg
HIFIMAN SUNDARA

Die Freude war groß, als mich vor einigen Wochen Christian Zenker vom deutschen HIFIMAN Vertrieb telefonisch kontaktierte und mich fragte, ob ich vielleicht Lust und Zeit hätte, den brandaktuellen SUNDARA des chinesisch/amerikanischen Herstellers zu rezensieren.

Aber klar doch. Endlich wieder mal ein optisch ansprechender Kopfhörer in einer durchaus erschwinglichen Preisregion, welcher sowohl den Neueinsteiger in unser schönes Hobby, aber gegebenenfalls auch den alten Gralsritter des feinen Klanges begeistern könnte. Zumal bereits im Vorfeld hinter vorgehaltener Hand zu vernehmen war, dass HIFIMAN mit diesem völlig neu konstruierten Ohrlautsprecher ein wahrhaftiges Meisterstück gelungen sein soll.

Was selbstverständlich noch verifiziert werden muss. Jedenfalls wuchsen bei mir seit diesem Zeitpunkt sukzessive Spannung und Neugier im Hinblick auf das tatsächliche klangliche Potenzial des neuen HIFIMAN SUNDARA. Dies mag im Übrigen auch als eine passende Antwort auf die mir oft gestellte Frage dienen, ob durch den nahezu täglichen Umgang mit HIGH-END Kopfhörern in monetären Gefilden jenseits von Gut und Böse nach einer gewissen Zeit nicht die objektive Wahrnehmung von Preis und Leistung etwas verwässert wird – und folglich günstigere Gerätschaften in meinen zukünftigen Testberichten immer weniger Beachtung finden werden.

Das genaue Gegenteil ist der Fall. Denn für jeden Hersteller stellt es meines Erachtens eine veritable Herausforderung dar, die bereits in den Spitzenmodellen etablierten technischen Highlights ohne nennenswerte musikalische Verluste in wesentlich preisgünstigere Derivate der Marke zu exportieren. Und meine ganz persönliche Motivation liegt unter anderem in der musikalischen Erkundung von außerordentlichen klanglichen Transferleistungen der einzelnen Manufakturen. Um gelegentlich die eine oder andere Perle im Kopfhörersegment für euch aufzuspüren.

Dabei kommt mir natürlich eine langjährige Hörerfahrung aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten zur klanglichen Expertise von Weltklassekopfhörern zugute. Und somit schließt sich dann auch wieder der Kreis.

Verpackung & Ausstattung

Ausgeliefert wird der HIFIMAN SUNDARA in einer mattschwarzen Kartonage mit silberfarben aufgedruckten Modellbezeichnungen. Der Kopfhörer selbst ist gut geschützt in einem ebenfalls schwarz gehaltenen und samtartigen Material eingebettet.

Das abnehmbare und 1,50 lange Anschlusskabel ist kopfhörerseitig mit dem schon von anderen HIFIMAN Ohrlautsprechern bekannten Steckanschlüssen versehen, am anderen Ende nimmt ein 3,5 mm messender Klinkenstecker Kontakt mit potentiellen Spielpartnern auf. Die um 90° gewinkelte Ausführung des soliden Metallsteckers lässt, gleichermaßen wie die bescheidene Länge des kristallinen Kupferkabels, bereits Rückschlüsse auf das vom Hersteller avisierte Einsatzgebiet des SUNDARA zu. Ein 6,3 mm Adapter für die stationäre Anwendung liegt aber selbstverständlich zusätzlich bei.

Die Ausstattung wird schließlich komplettiert durch eine optisch aufwendig gestaltete Bedienungsanleitung sowie die obligatorischen Garantiekarten.

Verarbeitung & Tragekomfort

In der Vergangenheit wurde speziell die Verarbeitungsqualität von neuen HIFIMAN Produkten oftmals thematisiert. Die chinesisch/amerikanische Manufaktur hat sich die zum Teil doch massiven Kritiken in einschlägigen Foren nun offensichtlich zu Herzen genommen.

Denn der aktuelle HIFIMAN SUNDARA ist nicht nur preisklassenbezogen sehr gut verarbeitet, sondern glänzt insbesondere auch durch die weitgehende Abwesenheit von Plastikteilen. Die schlichten, aber dennoch hochwertig wirkenden Treibergehäuse und Außengitter, sowie die gleichsam rustikal wie elegant gestalteten Gabeln sind neuerdings aus schwarz eloxiertem Aluminium gefertigt. Der außen liegende und neu konstruierte Kopfbügel besteht aus ebenfalls schwarz eingefärbtem Federstahl.

Lediglich die Aufnahmen der beidseitigen Einstellmöglichkeit zur Anpassung an die jeweilige Kopfgröße schimmern in einem mattschwarzen Kunststoffgehäuse mit silbernen Akzenten. Der mitunter etwas labil wirkende Verstellmechanismus ist dabei zwar in 8-Stufen rasterbar, ich hätte mir allerdings einen minimal größeren Einstellbereich gewünscht.

Das innen verlaufende und flexible Kopfband wird, ebenso wie die kreisrunden Ohrpolster, welche auf den Innenseiten mit einer Veloursauflage vernäht sind, aus einem anschmiegsamen Proteinleder hergestellt. Die leicht angewinkelten Polster sind darüber hinaus mit entsprechend weichen Memory-Foam Schaumstoffeinsätzen versehen.

Trotz des relativ hohen Metallanteils konnte das Eigengewicht des Kopfhörers auf 372 Gramm beschränkt werden, was natürlich dem Tragekomfort zugute kommt. Da auch der Anpressdruck moderat gewählt wurde, steht ausgedehnten Hörabenden in den heimischen vier Wänden nichts im Wege. Die von HIFIMAN offensichtlich präferierte mobile Nutzung wird dagegen durch die sehr offene Bauweise zum Teil konterkariert. Dazu aber später mehr.

Technik

HIFIMAN Chefentwickler Dr. Fang Bian setzt bei seinem neuesten magnetostatischen Kopfhörer SUNDARA auf Diaphragmen, welche gegenüber dem Erfolgsmodell HE-400 noch einmal um 80% in der Membranstärke reduziert wurden.

Damit erreicht der HIFIMAN Kopfhörer nach Aussage des Herstellers nicht nur ein wesentlich gesteigertes Maß an Detailfülle und Transparenz im wichtigen Mitteltonbereich, sondern insbesondere auch ein detailierteres Auflösungsvermögen mit gleichsam mehr Samtigkeit im Hochton. Der Bass wurde bezüglich Impulstreue und Tiefgang im Vergleich zum HE400 desgleichen verbessert. Die magnetostatischen Treiber arbeiten nunmehr in einem Bereich von 6 Hz bis zu 75.000 Hz.

Gleichzeitig ist es gelungen, den Kennschalldruckpegel auf beeindruckende 94 dB zu steigern. Mit einer stabilen Lastimpedanz von 37 Ohm kann der SUNDARA somit problemlos, zumindest theoretisch, auch mit hochwertigen mobilen Zuspielern kombiniert werden.

Der neue HIFIMAN skaliert aber andererseits auch ganz hervorragend mit der steigenden Qualität des stationären Spielpartners. Und dies wird der nun folgende Klangtest mehr als deutlich aufzeigen.

Vorbereitung

HIFIMAN empfiehlt für den SUNDARA eine relativ lange Einspielzeit von 150 Stunden. In Kombination mit meinem ehrwürdigen FiiO X3 dudelt der Kopfhörer in den ersten Tagen somit fröhlich in unserer Abstellkammer vor sich hin.

Als weitere Spielpartner für meinen Klangtest des HIFIMAN SUNDARA favorisiere ich zum einen den erst kürzlich von mir rezensierten QUESTYLE QP2R als typischen Vertreter der mobilen Fraktion, zum anderen meinen bereits vielfach bewährten METRUM ACOUSTICS AMETHYST für die Bewährungsprobe daheim.

Der NOS-Wandler des AMETHYST wird über meinen mit AUDIRVANA Software optimierten APPLE iMAC mit digitalen Daten beschickt. Das musikalische Testmaterial setzt sich mobil wie stationär zusammen aus verschiedenen Hörbeispielen aus Klassik, Jazz, Rock und Pop, vorwiegend in HIGH-RES Auflösung.

Weitere Informationen zum HIFIMAN SUNDARA erhaltet ihr auf den Seiten des Herstellers: http://hifiman.com/products/detail/286 oder natürlich auch beim deutschen Vertrieb Jan Sieveking: https://www.sieveking-sound.de/kopfhoer ... ndara.html

Klangtest


Den vollständigen Testbericht zum HIFIMAN SUNDARA findet ihr wie üblich auf meinem Blog: http://musicalhead.de/2018/01/25/test-hifiman-sundara/


Viel Spass beim Lesen

Euer Fidelio