Sony WH-1000XM2 – Endlich Stille

Seit einiger Zeit schon verfolge ich das Thema Noise-Cancelling-Kopfhörer, aber die Tests und Rezensionen ließen mich bisher vom Kauf eines solchen zurückschrecken. Einmal funktionierte die Geräuschunterdrückung nicht zufriedenstellend, ein anderes Mal mangelte es an der Verarbeitung oder am Tragekomfort. Der Sony WH-1000XM2 schickt sich an, sämtliche Vorurteile dieser Technologie über Bord zu werfen. Gespannt bestellte ich mir das Gerät als Retourenware.

Verarbeitung/Tragekomfort:

Wenn man den Sony aus der Verpackung nimmt, kommt er einem schon verdächtig leicht vor. Es wurde viel Kunststoff verbaut, was aber kein Nachteil sein muss. Jedenfalls knarzt nichts und einen billigen Eindruck macht die Verarbeitung schon gar nicht.
Der Kopfhörer sitzt zwar relativ stramm auf meinem Kopf, aber auch nach Stunden empfinde ich ihn nicht als unangenehm. Die Ohrpolster umschließen meine Ohren vollständig, ohne zu drücken. Nur etwas warm wirds auf Dauer darunter, aber das liegt eben am geschlossenen Prinzip.

Sony WH-1000XM2 Anschluss/Bedienung:

Sehr komfortabel! Ich dachte zwar, dass ich den Sony lieber mit Kabel nutze, aber einmal per Bluetooth mit dem Handy gepaart, packte ich das Kabel erst gar nicht aus. Absolut stabile Verbindung, auch wenn ich mich etwas weiter vom Telefon entferne.
Die Schalter besitzen einen kleinen Knubbel, sodass man sie auch blind findet, ohne den Kopfhörer abzunehmen. Der untere schaltet ihn ein und aus, der obere dient zur Aktivierung von Noise-Cancelling und Ambient Sound. Eine Ansage auf Englisch bestätigt die jeweiligen Tastendrücke. Die rechte Ohrmuschel enthält ein Touchpanel, bei dem man durch vertikales Wischen die Lautstärke regelt und durch horizontale Wischgesten Titel vor und zurück springt. Für den Transport liegt eine Box bei, in der man den Kopfhörer zusammengefaltet mit auf die Reise nehmen kann.

Noise Cancelling:

Das war DIE Überraschung für mich. Hatte ich schon viel darüber gelesen, glaubte ich kaum, wie effektiv dies zu Werke geht. Baulärm vom nebenan gelegenen Grundstück bot gleich ideale Testbedingungen. Schirmt der Sony ob seiner geschlossenen Bauweise Außengeräusche schon gut ab, herrscht nach dem Einschalten des NC beinahe Stille. Nur ein leichtes Rauschen ist zu hören, aber das tieffrequente Gebrumm der Baumaschinen filtert der Sony komplett weg. Die Bagger klingen, als wären sie einen Kilometer entfernt. Zaubern kann aber auch das ANC nicht. Unseren Kompressor in der Garage, der mit 97 dB(A) röhrt, bekämpft es zwar, aber weg ist das Geräusch nicht. Rasen mähen gestaltet sich sehr angenehm, bei einer Zugfahrt kann man völlig entspannt auch Klassik hören, weil auch kleinste Lautstärken nicht übertönt werden. Möchte man mit seiner Umwelt in Kontakt treten, legt man die Hand auf die rechte Ohrmuschel und die Außengeräusche werden durchgeleitet. Hierzu gibt es von Sony auch eine App, mit der man die Lautstärke des „Ambience Sounds“ einstellen kann.

Sony WH-1000XM2 - Endlich StilleUnd nun zum Wichtigsten, dem Klang:

So eine Neutralität hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet! Egal, was man dem Sony vorsetzt, es klingt alles sehr gut. Die Höhen tönen leicht gesoftet im Vergleich zu meiner AKG-Referenz und der Bass mogelt sich bei manchen Stücken etwas in den Vordergrund, hört sich aber immer präzise und niemals bollernd an. Die Mitten sind immer schön durchhörbar und für einen geschlossenen Kopfhörer zimmert der Sony eine recht große Bühne. Da ja die Höhen, wie schon erwähnt, nicht aggressiv werden, ermöglicht der Sony stundenlanges Hören ohne zu ermüden. Die oben erwähnte App ermöglicht eine Klanganpassung, die man aber nicht wirklich benötigt. Jedenfalls freue ich mich direkt schon auf die nächste Flugreise.

Fazit:

Mit dem WH-1000XM2 hat Sony einen NC-Kopfhörer auf den Markt gebracht, an dem sich die Konkurrenz messen lassen muss. Nicht jeder wird bereit sein, ca. 300,- Euro für einen solchen auszugeben, aber gemessen an seiner Noise-Cancelling-Leistung und seinem tollen Klang geht er sogar als Schnäppchen durch.

tf11972

Hallo, ich bin Thomas. Neben meinem Broterwerb im Bildungssektor beschäftige ich mich in meiner Freizeit gerne mit hochwertiger Musikwiedergabe, die familiär bedingt auch immer mehr über Kopfhörer geschieht. Daneben dienen mir Kopfhörer aber auch als Arbeitswerkzeug für mein neues Hobby, das Sampling von Pfeifenorgeln.

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